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	<title>Fundstücke &#8211; Hazel E. Rosenstrauch</title>
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	<title>Fundstücke &#8211; Hazel E. Rosenstrauch</title>
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		<title>Berliner Charme 2022</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hazel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jan 2023 08:38:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich brauche kein Twitter, um die unbeschränkte Freiheit beschränkter Übermenschen zu erleben. Es genügt, dass ich mich durchs Berlin im kalten Winter in Corona- und Kriegszeiten bewege Hier brüllt einer (“Fresse halten”), weil ich ihn darauf hingewiesen habe, dass sein Blinker ein Abbiegen signalisiert (und er geradeaus fuhr, ich aber die Kreuzung passieren wollte). Da [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich brauche kein Twitter, um die unbeschränkte Freiheit beschränkter Übermenschen zu erleben. Es genügt, dass ich mich durchs Berlin im kalten Winter in Corona- und Kriegszeiten bewege Hier brüllt einer (“Fresse halten”), weil ich ihn darauf hingewiesen habe, dass sein Blinker ein Abbiegen signalisiert (und er geradeaus fuhr, ich aber die Kreuzung passieren wollte). Da knallt mir einer im U-Bahn-Gedränge seinen Rucksack ins Gesicht und faucht, als ich mich beschwere “Haste keine Augen im Kopf”. Und weil ich eine Bemerkung wage, wo jemand seinen e-Roller mitten auf dem Gehsteig stellt, höre ich “Schnauze halten”. Schön berlinerisch neulich: Verpiss Dich Du alte Fotze”, und so geht es fröhlich weiter, auch ohne Internetanschluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich vor vielen Jahren nach Berlin zog, fand ich die Rauheit irgendwie befreiend (gegenüber den süßlichen Redewendungen in Wien). Der Charme, den die Berliner Direktheit damals hatte, ist verschwunden, geblieben ist das Grobe, Fäkale, die Selbstbehauptung degradierter Machos oder auch Machas. (Vielleicht, meinte ein Freund, sind das ja gar keine Berliner.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade erst habe ich von einem Soziologen gelernt, dass sich Menschen im Nahbereich für Regeln und gesellschaftlich nützliche Handlungswiesen einsetzen würden. Da fällt mir doch gleich jener Autofahrer ein, den ich bat, den Motor abzustellen. Er sprang aus seiner Karre und ging auf mich los, und hätten sich nicht drei Männer vor mich gestellt, wäre diese Aufforderung zu sozialem Verhalten im Nahbereich für mich wohl schlecht ausgegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nein, es sind weder nur Autofahrer, noch allein Männer. Als ich die kühn abbiegenden Radfahrerin durchaus freundlich darauf hinwies, dass ihr Rad kein Licht habe, hörte ich nur, dass sie was brüllte, ich habe es aber nicht verstanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also, Maul halten?&nbsp;</p>
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		<title>Josephine Baker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hazel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jan 2021 09:21:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[kommunistische Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Regenbogenfamilie]]></category>
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					<description><![CDATA[Nun also ist eine erste deutschsprachige Biographie von dieser Künstlerin erschienen. Tänzerin, Schauspielerin, Superstar &#8211; sie war in der französischen Resistance aktiv und unterstützte die amerikanischen Bürgerrechtsbewegung bereits in den 1950er Jahren. Ich habe von dem neuen Buch nur in den Nachrichten gehört und es noch nicht in dem Wikipedia-Eintrag gefunden. Was ich gefunden habe [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Nun also ist eine erste deutschsprachige Biographie von dieser Künstlerin erschienen. Tänzerin, Schauspielerin, Superstar &#8211; sie war in der französischen Resistance aktiv und unterstützte die amerikanischen Bürgerrechtsbewegung bereits in den 1950er Jahren. Ich habe von dem neuen Buch nur in den Nachrichten gehört und es noch nicht in dem Wikipedia-Eintrag gefunden. Was ich gefunden habe und warum ich (endlich mal wieder) einen Blog schreibe ist die Erinnerung an ein Kinderbuch, das von ihren &#8222;verschiedenfarbigen&#8220; zwölf adoptierten Kindern erzählt hat &#8211; aus Korea, von der Elfenbeinküste, Marokko, Kolumbien, Frankreich u.a. Ländern. Das war &#8211; in den 50er Jahren, als ich ein Kind war &#8211; Teil einer damals internationalistisch genannten Erziehung. Apropos Rassaismus und apropos nur noch mit DDR oder Stalin assoziierter Kommunismus. Weil mich immer schon interessiert hat, wie sich Meinungen, Wortbedeutungen und die sogenannten &#8222;Werte&#8220; im Laufe der Jahre ändern. </p>
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		<dc:creator><![CDATA[hazel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2019 15:45:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
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					<description><![CDATA[Lesen lernen geklaut aus der Literaturbeilage der Welt animiert das Zitat zu Überlegungen, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssten, damit Menschen lernen, mit Posts kultiviert umzugehen: Essad Bey, eigentlich Lev Nussimbaum, der das Internet nicht kannte, weil er 1942 gestorben ist, schrieb in der &#8222;Literarischen Welt&#8220; vom 27. Juni 1930 Das Lesen der Bücher muss ebenso [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image">Lesen lernen</figure>
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<p>geklaut aus der Literaturbeilage der Welt animiert das Zitat zu Überlegungen, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssten, damit Menschen lernen, mit Posts kultiviert umzugehen:</p>
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<p>Essad Bey, eigentlich Lev Nussimbaum, der das Internet nicht kannte, weil er 1942 gestorben ist, schrieb in der &#8222;Literarischen Welt&#8220; vom 27. Juni 1930</p>
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<p>Das Lesen der Bücher muss ebenso wie alles andere erst richtig gelernt werden. Ein Konversationslexikon will anders gelesen sein als ein Kriminalroman, und eine Reisebeschreibung verlangt eine andere Behandlung als ein Band Lyrik. Leider fehlen uns bis jetzt belehrende Schriften etwa mit dem Titel &#8222;Wie lese ich ein modernes Buch?&#8220; oder &#8222;Wie liest man Goethe?&#8220;. Wer kennt z.B. die goldene Regel, dass Reisebeschreibungen vor dem Schlafengehen und Liebesromane nach dem Mittagessen gelesen werden müssen? Wer weiß, wieviel gute Bücher durch falsches Lesen um ihre Wirkung gekommen sind? Denn die zarte geistige Nahrung muss in ganz bestimmter Zubereitung verzehrt werden, vorausgesetzt, dass der Verzehrer ein kultivierter Mensch ist.</p>
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		<title>Beseitigung von Rassismus anno 1984</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hazel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Feb 2019 09:59:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Angeregt von der Lektüre von Christian Bommarius über das Jahr 1949 und Willi Winkler, Das braune Netz, krame ich einen alten Brief hervor, als Beitrag zu einer Geschichte über den Umgang mit Hakenkreuzen im laufe der Nachkriegsgeschichte. 1984 hatte ich im Stadtbad Schöneberg Hakenkreuze gesehen und mich beim Bezirksamt beschwert. Hier die Antwort des Bezirksstadtrats [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Angeregt von der Lektüre von Christian Bommarius über das Jahr 1949 und Willi Winkler, Das braune Netz, krame ich einen alten Brief hervor, als Beitrag zu einer Geschichte über den Umgang mit Hakenkreuzen im laufe der Nachkriegsgeschichte. 1984 hatte ich im Stadtbad Schöneberg Hakenkreuze gesehen und mich beim Bezirksamt beschwert. Hier die Antwort des Bezirksstadtrats Michael Barthel vom 12.7.1984:</p>

<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Betr.: Rassistische Schmierereien an Kabinentüren.</em></p>
<p><em></em></p>
<p class="wp-block-paragraph"><em>Sehr geehrter Herr Rosenstrauch! In Ihrem Schreiben sprechen Sie eingangs von Rassismus im Stadtbad Sachsendamm. Wir dürfen hierzu richtig stellen, daß in der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg &#8230; kein Rassismus betrieben wird. Dennoch ist Ihre Feststellung richtig, daß an einigen Kabinentüren Schmierereien mit politischem, nazistischem Inhalt sowie Hakenkreuze angebracht wurden. Es ist nicht möglich, in der Zentralgarderobe jede Kabine nach der Benutzung den ordnungsgemäßen Zustand zu kontrollieren, so daß leider immer wieder die Möglichkeit gegeben ist, daß von den Besuchern politische Symbole, neonazistische und diskriminierende Äußerungen auf die Türinnenflächen angebracht werden. Die hierbei verwendeten Schreibmittel sind so farbecht, daß sie mit herkömmlichen Reinigungsmitteln nicht zu beseitigen sind. Wir haben deshalb zunächst die infragekommenden Kabinen für die allgemeine Nutzung gesperrt.</em></p>
<p><em></em></p>
<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Beseitigung der Schmierereien ist nur mit einer Speziallösung für Kunstharzfarben möglich. Diese Lösung ist feuergefährlich, flüchtig und gesundheitsschädlich. Bei Verwendung sind Schutzmasken anzulegen. Außerdem müssen Absaugvorrichtungen benutzt werden. Hieraus erkennen Sie, daß diese Arbeiten aufwendig sind und nur während einer Schließungsperiode, nicht aber während des allgemeinen Betriebes vorgenommen werden können, um Beeinträchtigungen sowie gesundheitliche Schädigungen der Besucher und Badegäste auszuschließen. Wir werden die von Ihnen und uns beanstandeten Schmierereien während der Hallenschließungszeit vom 16.7. &#8211; 12.8. 1984 beseitigen. Wir sind mit Ihnen der Meinung, daß solcher Beschriftungen und Sachbeschädigungen unerträglich sind. Leider gibt es unter den Badegästen aber stets unbelehrbare Personen, die sich gegenüber anderen Mitbürgern in politisch herabsetzender Weise verhalten. Insofern ist nicht völlig auszuschließen, daß in Zukunft solche Art von Beschriftungen unterbleiben. Das Personal ist aber angewiesen, ein besonderes Augenmerk auf diesen Teil des Gebäudes zu richten.&#8220;</em></p>

<p class="wp-block-paragraph">Man war damals noch recht hilflos,seither hat sich einiges geändert, man geht inzwischen anders mit solchen Symbolen um. Hübsch finde ich aus heutiger Sicht die Fehlleistung: es sei nicht auszuschließen, daß in Zukunft solche Art von Beschriftung unterbleiben. Und aus historischer Sicht, wie ausführlich doch die Problematik chemischer Reinigungsmittel erläutert wird.</p>
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